Schatzkiste

 

 

 

Was hier hinterlegt wird, muss nicht unbedingt etwas mit dem Buxtehuder Fussball zu tun haben. Hier findet alles Platz, was das Fussballer-Herz höher schlagen lässt.

 

 

 

Wolfgang Bauer ist von Anbeginn des Bestehens des StarClubs dabei und kommt regelmäßig zu den Veranstaltungen unserer "Gemeinschaft der Fußballfreunde". Im September 2019 sorgte im Zuge des 15. Altstadtlaufes ein großer Bericht im Tageblatt über unseren Wolfgang für Aufsehen. Der ehemalige Polizei-Beamte zeigt sich mit seinen 83 Lenzen nämlich noch "fit wie ein Turnschuh" und nahm erneut die Zehn-Kilometer-Distanz des Altstadtlaufes in Angriff. Die Aufgabe löste er souverän. Wolfgang Bauer gilt im Herbst des Jahres 2019 als großes Vorbild für alle Freunde des "StarClub Buxtehudes".

Foto: Udo Grabner

 

 

Einen Freundschaftskult, wie man ihn nur selten findet, pflegen diese Herren aus Hedendorf und Neukloster. Nach der Kreisliga-Saison 1990/91 gründeten sie einen Klub, dem sie den hübschen Namen "Stumpf e.V." gaben. Sie treffen sich seitdem bis heute monatlich und halten fest zusammen. Sie gingen aus der Zweiten der VSV Hedendorf/Neukloster hervor und sind zum Teil noch in den Senioren-Mannschaften aktiv. In Zeiten, in denen im Fussball jede Menge Söldner unterwegs sind, bilden die Stumpf-Jungs ein leuchtendes Beispiel, wie Zusammenhalt unter Fussballern funktionieren kann.

Foto: Wochenblatt

 

Das Hamburger Lokalderby HSV - FC St. Pauli Anfang der 1960er-Jahre im Volksparkstadion. Der HSV besiegt die Kiezkicker verdient mit 3:1. Auf dem Foto sehen wir den HSVer Charly Dörfel und Klaus Eppel vom FC St. Pauli.

 

03.09.1977

 

Das Tageblatt berichtete am 14.11.2017, dass konkrete Verhandlungen um die Zukunft der legendären Sportstätte "Camper Höhe" in Stade geführt werden. Beteiligt sind Politk, Verwaltung und die Stader Sportvereine. Es geht um eine eventuelle Bebauung der Anlage. Nicht nur den alten Güldensternern, sondern auch vielen Fussballfreunden aus dem Kreis Stade, die hier in früheren Jahren hochklassige Spiele mit Zuschauerzahlen im vierstelligen Bereich sahen, wird schwer ums Herz werden. Highlights waren in vielen Spielzeiten die Derbys Güldenstern - VfL Stade oder Güldenstern - BSV.

 

Ewald Lienen, kurz nach dem schweren Foul von Norbert Siegmann, bei dem ihm der Oberschenkel in übelster Weise aufgeschlitzt wurde (1981 im Bundesliga-Spiel Werder Bremen - Arminia Bielefeld).

 

Eine Szene aus dem Punktspiel der Regionalliga Nord zwischen Barmbek-Uhlenhorst und dem VfL Osnabrück vom 26.02.1972. Vor voll besetzten Rängen führen Ernst Kreuz (BU) und Karsten Baumann auf dem Rupprechtsplatz einen verbissenen Zweikampf.

Fotoquelle: Nordbild (Hans-Dietrich Kaiser)

 

 

 

 

 

Im WochenJournal des Tageblattes erscheint ein Artikel, gespickt mit Bildern der Reporterlegende Dieter Albrecht, über den StarClub-Freund und großen HSV-Anhänger, Wolfgang Fick. Er hat jede Menge Anekdoten und Geschichten aus der Historie des Liga-Dinos parat, wenn man mit ihm ins Gespräch kommt. Außerdem hat er eine umfangreiche Sammlung alter HSV-Utensilien wie z.b. Eintritskarten. Unten sehen wir das Ticket zum Europapokalspiel HSV-CF Barcelona aus dem Jahre 1961.

Lutz Hartmann erinnert an eine große Stunde des Norddeutschen Fussballs: Die Zweite vom SV Lurup steigt 1987 in Ballonseide, Fiorucci Jeans und Cowboystiefeln in die Bezirksliga West auf...

 

 

Udo Lattek

Deutschlands erfolgreichster Vereinstrainer aller Zeiten

1935 - 2015

 

Die HSVer unter den Lesern dieses Artikels mögen es verzeihen: In der Morgenpost vom 12.01.2015 wurde berichtet, dass der langjährige Funktionär des FC St. Pauli, Wolfgang Helbing, in der Nacht zum 11.01.2015 verstorben ist (siehe oben). Er spielte 11 Jahre mit mir zusammen  in den Senioren des FC St. Pauli. Auf dem Foto oben sehen wir ihn im Tor beim Gastspiel der SG Hansa 11/ St. Pauli im Buxtehuder Jahnstadion beim Spiel gegen die Buxtehuder Legenden am 09.10.2010. Für mich hatte dieses Spiel Bedeutung, weil es zum einen eine Woche vor meiner Rückkehr nach Buxtehude lag und zum anderen mein allerletztes Spiel meiner Laufbahn überhaupt war (rechts mit der 9), bevor mein Knie endgültig streikte. Insofern besteht ein kleiner Zusammenhang zwischen Wolfgang Helbing und dem Buxtehuder Fußball. Lieber Wolfgang, R.I.P.!! - Text: Udo Grabner

 

 

Klick auf das Foto

 

Lutz Hartmann traf in der Fußball-Zeitschrift "11 Freunde" auf Fotos des stillgelegten Stadions des SC Concordia, die der Fotograf Matthias Hermann geschossen hat. Einst eine stolze Spielstätte der höchsten Liga (Oberliga Nord), in der Cordi ja in den 1950er-Jahren spielte. Heute ist das Stadion von der Natur überwuchert und wird sicher bald ganz verschwinden. als Fußball-Nostalgiker muss man da stark sein. Mittlerweile spielt der SCC nach einem Intermezzo in Wandsthal als Klassenkonkurrent des BSV in Jenfeld.

 

 

 

Von Udo Nielsen

Ein Symbol aus besseren Tagen des HSV. Der Wimpel von Spartak Moskau  vs. HSV anlässlich des Rückspiels im Luschniki (Olympiastadion) in Moskau. Neben Spartak, spielte auch ZSKA Moskau und die Eigentümer Torpedo Moskau in diesem Stadion. Die Hin (3:0) - u. Rückspiele (2:2) aus der 2. Runde des UEFA Cups in der Saison 96/97 konnten die Hamburger für sich entscheiden. In der 3. Runde scheiterten sie am AS Monaco (3:0 u. 2:0). Später gewann Schalke 04 den UEFA Pokal gegen Inter Mailand im Rückspiel nach Elfmeterschiessen 1:4

 

 

 

Bericht zur Fahrt der Fans von Tennis Borussia Berlin nach Berlin-Steglitz

 

Prolog beim Frühstück:

Dem vierjährigen Sohn ist es auch schwer zu vermitteln. „Papa fährt heute mal ganz lange mit dem Bus zu TeBe.“ – „Ich auch“, spricht der Sohn.

„Nein, wir benehmen uns da daneben und riechen irgendwann alle. Außerdem wird dir im Bus schlecht. Der fährt ja auch einen riesigen Umweg.“

Die siebenjährige Tochter schaltet sich ein: „Wieso fährt der Bus einen Umweg?“ – „Na, weil wir in Charlottenburg losfahren und dann über Sachsen-Anhalt nach Steglitz fahren“. Komme ins Schwitzen. Die Kinder sehen mich fragend an. Die Tochter könnte ihre Frage jetzt theoretisch wiederholen, denn sie wurde keinesfalls angemessen beantwortet. Wir schweigen jetzt aber alle und löffeln in den Cornflakes.

Neun Uhr am S-Bahnhof Messe-Süd. Wir machen das jetzt wirklich, ja?

Ja. Wir fahren jetzt einfach mal nach Wittenberg und wer sich jetzt beschwert und uns irgendetwas vom ökologischen Fußabdruck erzählt, dem sagen wir einfach, dass wir seit Jahren ökologisch aber auf ganz kleinen Füßen unterwegs sind. Was Mutter Natur da in den letzten Jahren an CO2 erspart geblieben ist, als wir mit der S-Bahn nach Lichtenberg oder Mahlsdorf gefahren sind, statt im Bus nach Düsseldorf oder im Flieger nach Donezk zu heizen – da könnte man direkt mal über eine Art Rückzahlung nachdenken. „Liebe Fans von Tennis Borussia. Wir teilen Ihnen mit, dass Sie als Fangruppierung eine CO2-Auswärtsfahrtbilanz aufweisen, die so dermaßen vorbildlich ist, dass Sie zum nächsten Ersten eine Ausgleichszahlung des Fanclubs „Gelb-Schwarze Horde“ von Borussia Dortmund in Höhe von 160.000 Euro erhalten. Mit sportlichen Grüßen. Michel Platini“.

Wie auch immer – wir haben ordentlich was gut. Richtig was nachzuholen Außerdem hätten wir ja auch fliegen können. Tegel – Witteberg – Tegel. Oder wir hätten die Tour von Charlottenburg nach Sachsen-Anhalt und zurück nach Steglitz auch gerne im Pkw antreten können – einzeln. Und stets hochtourig. Mit 150km/h im dritten Gang! Haben wir aber nicht. Wir fahren heute Reisebus!

Außerdem befinden sich Brötchen mit veganem Brotaufstrich an Bord. Da schnurren die politisch und moralisch Anspruchsvollen plötzlich wieder alle und fahren begeistert mit.

Momentan scheinen noch so Sachen wie Club Mate für die Hippen und Kaffee für die anderen das Bild vor dem Bus zu bestimmen. Ein paar Leute waren aber wohl um 7 schon mal im „Hecht“. Da gibt’s bekanntermaßen weder Mate noch Kaffee und auch andere trinken heute ihr Vormittags-Bier einfach mal zwei Stunden früher als sonst. Ich auch. Habe allerdings alles falsch verstanden und extra Sternburg-Bier im Supermarkt gekauft, weil ich dachte, das wäre das einzig gestattete Getränk. Geht ja schließlich gegen Stern. Super-Witz eigentlich. Sterni trinken vor dem Stern-Spiel. Der Knaller. Gucke mich Sterni saufend um. Kaffee und Mate sind wohl jetzt leer. Jetzt trinken alle Bier. Aber kaum einer Sterni.

Im Bus ist alles wie früher, als wir noch nach Karlsruhe oder Nürnberg, später immerhin noch nach Verl oder Lüneburg reisen durften. Die hinteren Busbänke üben noch immer eine magische Anziehungskraft auf all jene aus, die aus gutem Grund schon in der Schule immer hinten saßen oder sitzen.

Nach vorne hin werden die Busreisenden immer uncooler und zivilisierter. Ganz vorne heißt es dann sogar stilecht, dass die Musik ein bisserl zu laut sei. „Ja, so war es und so ist es und so wird es immer sein“ um hier direkt mal die Bord-Setlist zu Wort kommen zu lassen. Jawohl – glücklich gemacht von Sterni, Kümmerling und der kargen Waldlandschaft Brandenburgs schunkeln wir zu den großen Hits aus den Bandkellern von Bayern München, dem MSV Duisburg und sogar Hertha BSC, das der Welt ja – so fair wollen wir sein – nicht nur einen scheußlichen Fußballclub hinterlassen hat, sondern eben auch eine durchaus schmissige Vereinshymne.

Irgendwann waren wir dann „da“. Wittenberg Suburbia. Welcome to the Nichts.

An einer dubiosen Haltestelle sammeln wir ortskundige TeBe-Fans ein, woraufhin diese dann den Bus in einen geheimen Winkel lotsen, dessen Autobahnanschluss wohl irgendwann einmal zu später Stund auf einer Weihnachtsfeier im Verkehrsministerium beschlossen wurde und der ein bisschen so aussieht wie der Ort aus der Schlagzeile „Spaziergänger machte grausigen Fund“.

Es ist davon auszugehen, dass dies ungefähr der Moment ist, an welchem der Busfahrer denkt „Himmel hilf, was machen wir hier? Jetzt schlachten die mich ab, die perversen Feiglinge“ – aber was machen wir Perversen? Wir pinkeln harmlos auf das Ende der Autobahn und führen nichts Böses im Schilde. So haben wir dem Busfahrer ganz nebenbei auch noch das unbezahlbare Gefühl einer Neugeburt im Sinne einer Nicht-Tötung beschert.

Dann: Zu Fuß über Sandwege in Wittenberg. Seit Luther nicht mehr neu gemacht God Save TeBe.

Am Scheitelpunkt der Fahrt, in einem Wittenberger Garten, spielen ein paar Übermütige ein Bierquiz. Einer erkennt 2 von 5 Biersorten am Geschmack. Wahnsinn. Streng genommen stellt dieses Kulturprogramm das Ziel dieser Fahrt dar, denn danach geht’s wieder zurück.

Der Busfahrer, immer noch froh, am Leben geblieben zu sein, fährt uns artig nach Berlin-Steglitz. Stinkend betreten wir knapp zwei Stunden später den Boden des Wohlstandsbezirkes und laufen im Fanmarsch die letzten hundert Meter auf das Stadion zu, denn wir sind hier auf einer Auswärtsfahrt. Nach vier Stunden im Reisebus meint man sich unbedingt im Recht – ja in der Pflicht – einen Fanmarsch auf den Straßen zu unternehmen. Wir sind ja nicht mit der BVG hier, liebe Freunde aus Steglitz. Wir sind früh raus und mussten echt schon einiges durchstehen um hierher in eure heile Welt zu gelangen!

Der Steglitzer ist aber sehr entspannt: da geht so eine kleine Straßensperrung auch ohne vorherige Genehmigung durch, denn die Steglitzer Autofahrer fahren alle unsicher blinkend rechts ran, wenn ihnen auf der Straße ein paar betrunkene Fahnen schwenkende Menschen entgegen kommen – woanders hätte man uns wohl einfach umgefahren. Der Verkehr wäre sozusagen im Flow geblieben – in Steglitz kommt er indes kurz zum Erliegen.

Zurück dann mit der BVG – der Traum eines jeden Auswärtsfahrers: „Boah, jetzt schnell nach Hause“ – heute geht er in Erfüllung.

Wie wir gespielt haben? Egal. Wir sind Bus gefahren und haben auf Rasthöfen Knoppers gekauft!!! Wie die aus der Bundesliga!!!

Written with and by Hope

 

 

Die englischen Fans und Spieler verehren auch heute noch den deutschen Torhüter Bert Trautmann. Er hatte in einem Pokal-Finale in den 50er-Jahren mit angebrochenen Genick weiter gespielt. Sein damaliger Club Man City gewann dieses Spiel.

 

 

Skandal: Lutz Hartmann (rechts) und Peter Bachmann heiraten dieselbe Frau, dazu noch eine 125jährige,  und sorgen somit für den ersten Bigamisten-Skandal in der Geschichte des StarClubs.

Hansi Thoms war  vor seiner Zeit beim FC St. Pauli (1960-1966) Torhüter des VfL Stade. Nach seiner Zeit als Aktiver war er noch viele Jahre als Trainer in Amt und Würden. Um 1970 herum war er auch eine Saison Coach des Buxtehuder SV.

 

Der Jugend-Spielerpass von Ralf Mürmann aus dem Jahre 1978 - Klick auf das Foto

 

 

 

1982: Der Hamburger SV wird Deutscher Meister. Die passende Kutte dazu trug Tommy Tetzlaff.

Eintrittskarten aus den 1970er-Jahren

Dieses Heft ist eine Vereinsbroschüre, die im Jubiäumsjahr 1962 (100 Jahre BSV) erschien. Sie nannte sich "Der BSVer". Beim Durchblättern stieß ich auf diverse Anzeigen, bei deren Anblick sich bei so manchem älteren Buxtehuder Erinnerungen auftun dürften. Unten stehend könnt Ihr eine kleine Auswahl betrachten.

Text: Udo Grabner

Der StarClub Buxtehude verneigt sich vor Timo Konietzka. Er war der erste Torschütze in der Geschichte der Fußball-Bundesliga am 24.08.1963. Er erzielt dies in der 1. Spielminute beim Spiel seines BVB bei Werder Bremen. Insgesamt traf er in genau 100 Bundesliga-Spielen stolze 72 mal. Nun verstarb er am 14.03.2012 in der Schweiz.

Foto aus dem Jahr 1987. In der 2. Bundesliga trafen sich Blau-Weiß 90 Berlin und Wattenscheid 09 vor 3095 Zuschauern im Berliner Olympia-Stadion.

 

Auch dieser Verein schrieb Bundesliga-Geschichte: Tasmania 1900 spielte 1965/66 im Oberhaus und ist seitdem der Ewige Letzte der Ewigen Bundesliga-Tabelle.

 

Neben dem Wimpel links. Helmut Fiebach (oben) und Peter Engler.

Rechts neben dem Wimpel: Bernd Meißel (oben) und Hans-Günter (Atze) Becker

Unter dem Wimpel:Torhüter Heinz Roloff

Ganz unten: Horst Szymaniak, der 1966 mit der Deutschen National-Mannschaft zur WM nach England fuhr.

 

Wohl dem der kein SKY hat. Am 28.11.2009 entdeckte ich auf Video-Text, dass um 16.13 Uhr alle Samstag-Nachmittag-Spiele 0:1 standen. Auch ein Kuriosum.

 

Aufgeschrieben von Udo Grabner

 

Februar 2005 - Diese Geschichte ist unglaublich aber wirklich wahr. Mit meinem Hamburger Spezi, Markus (bekannt als Sympatisant unseres StarClubs), unternahm ich schon so manche Tour in die Niederungen des Deutschen Amateur-Fußballs. So waren wir mal in Oberhausen, mal in Herne, mal bei TB Berlin usw.

In Oberhausen waren wir an einem verregneten Freitag Abend. RWO spielte in der 2. Bundesliga und trat gegen Cottbus an. Da ich im Vorfeld Kontakt zum Fan-Beauftragten des Clubs aufgenommen hatte, hatten wir sofort Kontakte. Es wurde das eine oder andere Pils verzehrt und zum Abschied bekamen wir einen RWO-Schal geschenkt.

Am Samstag waren wegen des Wetters alle Amateur-Spiele abgesagt worden. Deshalb besuchten wir das Bundesliga-Spiel Borussia Dortmund - VfL Bochum. Es war unspektakulär. Dortmund siegte 1:0. Abends fuhren wir wieder in unsere neue "Stammkneipe" nach Oberhausen. Ulli hieß der Wirt und sein Pils war lecker. Die Kneipe trug den schönen Namen "Zum Amtsgericht". Dann hieß es Abschied nehmen.

Am nächsten Morgen, also Sonntag, nahmen wir den Zug nach Gelsenkirchen, denn wir hatten die Absicht Schalke II - Lippstadt zu analysieren und noch einmal in der altehrwürdigen Glückaufkampfbahn ein Fußballspiel zu betrachten. Als wir einstiegen, waren wir im Nu von mehr als 100 Fans vom MSV Duisburg umzingelt, die auf dem Weg zu einem Auswärtsspiel bei Rot-Weiß Essen waren. Wir wurden als neutral betrachtet, hatten keinerlei Fan-Utensilien, die sichtbar waren.Meine Tasche stellte ich oben auf die Ablage, worunter MSVer saßen. Nach kurzer Zeit machten die mich darauf aufmerksam, dass etwas aus meiner Tasche tropfte. Oh Mist, schnell runter die Tasche, was war das. Ach ja, das mußte eine nicht richtig geschlossene Pet-Flasche sein. Das haben wir gleich. Dann, nachdem ich die Tasche geöffnet hatte, ertönte in dem Abteil ein Riesenlärm, denn man hatte meinen RWO-Schal entdeckt, der gleich obenauf lag. "Scheiße RWO, scheiße RWO, Scheiße scheiße scheiße RWO" erschallte es aus 150 relativ jungen Ruhrpott-Kehlen. "Den habe ich geschekt bekommen", entschuldigte ich mich schnell. "Ja ja, dat kannze deine Omma erzäählen, aber niech uuns". Es ging dann aber humorvoll und friedlich weiter.

In Gelsenkirchen angekommen, erfuhren wir bei einem Besuch in der Vereinskneipe, dass das Spiel auf einen Nebenplatz der Arena verlegt wurde. Das war ärgerlich aber nicht zu ändern. So fuhren wir in wenigen Minuten mit dem Bus dort hin. "Wetten, dass wir Helmut Schulte treffen" sagte ich zu Markus. Helmut war zu der Zeit Jugend-Koordinator bei Schalke 04. Daher lag das nahe. Als wir auf den Platz zusteuerten, lag rechts davon eine Turnhalle oder so. Dahinter mündete ein Weg in den unseren. Und wie abgesprochen kam genau in dem Moment Helmut Schulte dort entlang. Wir waren hoch erfreut und gaben uns als St.Paulianer aus. So kam es zu einem Gespräch von ca. 10 Minuten. Schließlich gab er uns zu verstehen, dass er am nächsten Tag, anläßlich des Abschiedsspiels von Stani und Trulsen, in Hamburg sei. Ich sagte lakonisch: "Dann sehen wir uns". Allseitiges Gelächter.

Am Monatg Abend schob ich dann Richtung Millertor. Ich erreichte das alte Clubheim, öffnete die Tür zum Schankraum und genau in dem Moment wollte Helmut Schulte diesen verlassen. Er schaute mich an und sagte: "Das glaub ich jetzt nicht". Wieder Gelächter ohne Ende. Markus war schon in der Kneipe und beobachtete die Szenerie. Auch er konnte es nicht glauben.

 

Aufgeschrieben von Udo Grabner

Im Oktober 1973 fuhr ich zu meinem ersten Bundesliga-Auswärts-Spiel. Der HSV sollte bei Fortuna Düsseldorf spielen. Eine groß angelegte Organisation dieser Touren gab es noch nicht. Ein gewisser Dieter Kmitta aber nahm die Planung und Durchführung selbst in die Hand. Über die Bild-Zeitung rief er zur Teilnahme an der Fahrt nach Düsseldorf auf. Ich wählte die Nummer, und schon hatte ich ihn an der Strippe. So mußte ich am Freitag Abend vor dem Spiel bei ihm zu Hause am Kaltenkircher Platz in Hamburg-Altona antanzen, 64 Mark (zu der Zeit für einen Azubi ein Vermögen) abliefern und bekam oben abgebildete Quittung. Am nächsten Morgen um halb neun stand ich schon wieder in Hamburg auf dem Hauptbahnhof. In meiner Erinnerung fuhren wir mit 15-20 Leutchen nach Düsseldorf. Für mich als siebzehnjährigen Kleinstädter das ganz große Abenteuer. In Düsseldorf angekommen verkündete der Lautsprecher. "DAS BUNDESLIGASPIEL ZWISCHEN FORTUNA DÜSSELDORF UND DEM HSV FÄLLT AUS"!!! Neeiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiin! Doch, es war so. Kurz entschlossen stiegen wir wieder in den Zug ein und fuhren mit einer kleinen Truppe von Rot-Weiß Essen-Fans nach Köln weiter. Dort mußte der RWE beim FC ran. Am Bahnhof angekommen stürmten etwa 200 Kölner auf das Häuflein Essener und Hamburger zu. So schnell bin ich bis heute nicht mehr gelaufen. Im Stadion an der Radrennbahn sahen wir einen 3:2-Erfolg der Rheinländer, der zur Pause bereits feststand. Trotz der Enttäuschung über den Spielausfall bleibt dieser Tag für mich unvergessen.

 

Aufgeschrieben von Udo Grabner


Rolf Höfert war der Kaptitän des FC St. Pauli in der Bundesliga-Saison 1977/78. In einer Serie wurden die Spielführer seinerzeit im Kicker vorgestellt.


Die Bild-Zeitung vom 19.06.1981 berichtete über Ewald Lienen. Er war zu der Zeit ein Exot unter den Profis, der andere Werte als nur Geld und Erfolg in den Vordergrund stellte. Er kündigte an, am Saison-Ende mit dem Profi-Fußball aufhören zu wollen, verlor aber dann fast sein ganzes Vermögen ausgerechnet bei einem Bauherren-Modell. Später spielte er dann wieder in der Bundesliga. Bei Bielefeld und eben wieder Gladbach.

 

Dieser Band wurde mir von Wolfgang Fick zur Verfügung gestellt. Der hatte nämlich in den Jahren von 1959 bis 1966 akribisch über alles rund um den HSV Buch geführt. Neben Artikeln und Fotos aus der Zeitung mit den großen Buchstaben schrieb er selbst Kommentare zu den Ereignissen. Hier eine köstliche Kostprobe aus dem Jahre 1960 anläßlich der Deutschen Meisterschaft des Hamburger SV:

 

..............Mit Köln ist es wieder ein westdeutscher Verein gegen den HSV. Vielleicht erinnern Sie sich noch daran, als Köln den HSV im Pokalspiel mit 3:1 abfertigte, aber im Jahre 1958, wo der HSV den 1.FC Köln in den Gruppenspielen mit 3:1 laufen ließ. Damals hörte man die Leute reden, der HSV könne nichts, die würden im Westen am Tabellenende stehen, ABER DIE ZEITEN HABEN SICH GEÄNDERT MEINE HERREN AUS DEM WESTEN. Heute steht eine junge, erfahrene und kameradschaftliche HSV-Mannschaft, die was vom Fußball versteht. ..........

Auszug aus dem Buch von Wolfgang Fick

Von Tommy Tetzlaff

Von Udo Nielsen

Zur Verfügung gestellt von Lutz Hartmann.